Über GEYERSBACH

Wer, wie, was

GEYERSBACH schenkt ausgedienten Hölzern ein zweites Leben als Möbelunikat. Die alte Diele wird zum Hocker, die Kammertür zur Sitzbank, die Fußleiste zum Regalboard. Aber das Zeug zum Tisch haben bei uns nur charakterstarke Hölzer. Und das heißt: Sie müssen an der Zerlegestation und an der Formatkreissäge einiges über sich ergehen lassen, bis sie in neuem Glanz erstrahlen. Dabei glänzen unsere Möbel nicht. Die meisten Produkte verlassen unsere Werkstatt mit einem mehrfach aufgetragenen Überzug aus seidenmattem Hartwachsöl. Wir finden, ein matter Glanz passt besser zu unseren von der Zeit gezeichneten Hölzern. Hochglänzen dürfen andere.

Unsere Hölzer – überwiegend gute hundert Jahre alte Kiefer – kann man so praktisch nicht kaufen. Kein Altholzhändler führt sie im Sortiment. Kein Sägewerk liefert sie frei Haus. Aber unsere Dielenspotter finden ihr Material. Derzeit meist in Gründerzeithäusern in Berlin und Brandenburg. Anschließend legen wir sie so lange auf die faule Rinde, bis sie einen unserer Entwürfe inspirieren. Und das kann dauern. Schließlich wächst eine Kiefer nicht von heute auf morgen. Damit unsere Kunden an GEYERSBACH-Möbeln feiern und schreiben können, trinken und essen, spielen und surfen. Oder einfach einmal ganz gepflegt nichts tun.

GEYERSBACH-Tische und -Bänke sind eben, aber eben gerade nicht: glatt. Unsere Hölzer haben seit ihrer Verarbeitung im Sägewerk gute hundert Jahre auf dem Buckel. Und das heißt: Sie sind lebenserfahren und weltläufig. Die meisten haben die Ostsee überflößt, Salz und Wasser getankt, bis sie sich endlich in Berlin und Brandenburg in Häuser verwandeln durften. Häuser, bewohnt von einer bunt gemischten Mieterschaft. Mehrere Generationen Hausbewohner haben auf unseren Dielen ihre Pantoffeln durchgewetzt. Ihre Biergläser verschüttet. Ihre Ranzen in die Ecke geworfen. Viele unserer Dielen wurden mit Teppichböden, Laminat oder Systemfliesen überklebt. Unsere Aufbereiter müssen bisweilen allerhand Muskelkraft und Geschick darauf verwenden, Ausgleichsmasse, Teppichreste und Laminatfetzen zu entfernen. Gar nicht so leicht, der Zeit den Zahn zu ziehen.

So wie jede Diele ihre Gebrauchsspuren trägt, ist jeder GEYERSBACH-Tisch in seiner Abnutzung, Textur und Geschichte einzigartig. Mal wieder typisch: Der Zeit fällt nichts Besseres ein als ihre Spuren zu hinterlassen. Aber das ist in diesem Falle ausnahmsweise einmal gut so, denn für den Philosophen Walter Benjamin ist das die Definition des Wohnens schlechthin: Spuren hinterlassen. Und genau deshalb sind GEYERSBACH-Möbel so wohnlich: Die Hölzer haben ihren Pflichtteil längst absolviert. Nun, in ihrem zweiten Leben, leisten sie ihre Kür.